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Kreisverband Kassel

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BUND lehnt Änderungen des Bebauungsplanes Langes Feld ab

30. Januar 2019 | Nachhaltigkeit

Die geplante Änderung umfasst 2 Teilbereiche: Eine Fläche soll von Gewerbegebiet in Industriegebiet geändert werden. So sind mehr Emissionen zulässig und höhere Immissionen zu befürchten. In einer anderen teilfläche sollen Gebiete zusammengefasst werden werden. Dadurch sind größere Bebauungen möglich, wodurch die Frischluftzufuhr für die Stadt Kassel gefährdet würde.

Detail

Quelle: Stadt Kassel, Bebauungsplan Nr. VIII / 73 „Langes Feld“, 1. Änderung – Entwurf – Begründung mit Umweltbericht

Der BUND lehnt die geplanten Änderungen des bebauungsplans ab.

Begründung:

Teilbereich 1:

Durch eine Umwidmung der Flächen von einem Gewerbegebiet zu einem Industriegebiet können Betriebe nach Immissionsschutzrecht beantragt werden. Die Gefahr einer Zusatzbelastung im Raum erhöht sich dadurch.

Im genehmigten Bebauungsplan ist vermerkt, dass dieses Gebiet als ein Frischluftzufuhrgebiet für das Kasseler Becken zu betrachten ist. Die Frischluftzufuhr wird laut Ökoplana Klimagutachten nicht wesentlich behindert. Dies war die Grundlage für die Entscheidung.

Mit der geplanten Änderung des Bebauungsplanes wird in die Frischluftzufuhr eine Emissionsquelle, die im Wesentlichen als Punktquelle zu betrachten ist, ermöglicht.

Dazu ist im Vorfeld eine Immissionsprognose notwendig, die sowohl Schwachwinde / Inversionen als auch die generelle Belüftung des Kasseler Beckens berücksichtigt, um die potentielle Zusatzbelastungen zu errechnen. Diese Prognose liegt bisher nicht vor. Die Ergebnisse der Prognose müssen auch im jetzt in Arbeit befindlichen Luftreinhalteplan integriert werden.

 

Teilbereich 2:

Die geplante Änderung in Zuschnitt und Größe der festgesetzten GE-Flächen sowie der überbaubaren Grundstücksflächen wird abgelehnt, da die im bestehenden Bebauungsplan bewusst gewählte Kleinteiligkeit    aufgegeben würde.

Die Auswirkungen dieser geplanten Änderungen sind ebenfalls im zu erstellenden Immissionsgutachten zu untersuchen.

Ebenso sind die Auswirkungen auf das Landschaftsbild zu berücksichtigen.

Insgesamt sind durch die geplanten Änderungen negative Auswirkungen auf die Luftqualität sowie Beeinträchtigungen/Reduzierungen bisher festgesetzter Ausgleichsmaßnahmen und zusätzliche Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes zu erwarten, was durch zusätzliche Maßnahmen ausgeglichen werden müsste.

Als ein weiterer Ausgleich wird die Erhöhung der Dachflächenbegrünung auf 100%, mit der Ausnahme von Funktionsflächen wie Fenster, im Bebauungsplan Nr. VIII/73 "Langes Feld" gefordert.

Der BUND fordert die Anpassung des Bebauungsplan Nr. VIII/73 "Langes Feld" an den gültigen Regionalplan. Dazu wird nach § 9 Abs. 1 Nr. 23 b) BauGB für Gebäude im Bereich der Gewerbegebietsflächen (GE 5 und GE 6) sowie der Industriegebietsfläche (GI 3) festgesetzt, dass auf mindestens der Hälfte der neu entstehenden Dachflächen baulich dafür geeigneter Gebäude Anlagen zur Gewinnung solarer Strahlungsenergie (Fotovoltaik oder Solarthermie) zu installieren sind.

 

 

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