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Errichtung einer blühenden Fläche in Ahnatal

06. Mai 2020 | Landwirtschaft, Naturschutz, Wildbienen

Die Gemeinde Ahnatal mit ihren knapp 8000 Einwohnern hat sich vor Jahren auf den Weg gemacht, den Ort wieder „zum Blühen zu bringen“. Die Gemeinde beschloss im Mai 2018 nach intensiver parlamentarischer Debatte das Konzept „Für ein buntes Ahnatal“. Nach diesem Konzept sind schon eine ganze Reihe von Vegetationsflächen entsprechend hergestellt und gesichert worden.

Detail

Dazu gehören auch Hecken- und Baumpflanzungen in verschiedenen Lagen. Im August desselben Jahres gründete sich unter Leitung des Bürgermeisters eine Arbeitsgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, Ackersäume, Feldwege und andere kommunale Flächen wieder so zu begrünen, dass die Artenvielfalt von Insekten aktiv gefördert wird. Das wiederum hat weitere positive Folgen, so z.B. für die Vogelwelt und für den Erhalt von Kleinsäugern...

Die Zeit für eine derartige ökologische Wende war und ist günstig: Zum einen stehen heute exakte digitale Planunterlagen zur Verfügung, aus denen eindeutig und gut sichtbar hervorgeht, welche Flächen in den vergangenen Jahrzehnten unter dem Pflug der Landwirte verschwunden sind. Zum anderen gibt es für die Gemeinden der Region von verschiedenen Seiten Unterstützung. So wird die Gemeinde Ahnatal, wie die anderen Gemeinden um Kassel herum auch, durch das Know How des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK) unterstützt. Der Landkreis Kassel und der ZRK haben zusammen mit dem Naturpark Habichtswald im Juni 2019 eine Fach-Broschüre herausgebracht, die Empfehlungen zur Nutzung und Pflege der Feldwege und Säume gibt.  

Konkreter Anlass, darüber eine größere Öffentlichkeit zu informieren, ist die Einsaat einer ca. 1.200 qm großen kommunalen Fläche zwischen Kammerberg und Heckershausen: Auf dem Schukauf. Bislang wurde sie klassisch landwirtschaftlich genutzt, d.h. sie ist heute belastet mit Düngern und Pestiziden. Damit der noch sehr nährstoffreiche Boden langfristig arten- und blütenreicher wird, haben die Saatgutexperten davon abgeraten gleich eine sog. Ruderale Glatthaferwiese einzusäen. Vielmehr soll der Boden bis zum Herbst durch die Aussaat einer Kulturpflanzenmischung etwas magerer gemacht, d.h. ihm soll möglichst viel Stickstoff entzogen werden. 

Die Fläche ist darüber hinaus mit einem Hochstamm, einem heimischen Apfelbaum (Malus sylvestris) und einigen standortgerechten Sträuchern wie Weißdorn, Heckenkirsche und Hartriegel gegen die angrenzende Ackerfläche abgesichert worden. Die Pflanzen stammen aus einem Ahnataler Baumschulbetrieb; das Saatgut von der Wildsaaten Wieden & Guth GbR aus Wetzlar. 

Das Konzept hierfür ist mit der Verwaltung der Gemeinde Ahnatal, dem ZRK, dem BUND und dem Naturschutzbeirat des Landkreises Kassel abgestimmt worden. Der schon erwähnte Arbeitskreis begrüßt die Maßnahme.

Finanziert wird die Maßnahme vom BUND mit Hilfe einer eingeworbene Spende des Gewinnsparvereins der SPARDA BANK Hessen.

Ansprechperson: Eckhard.Jochum@bund-kassel.de

 

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