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Foto: Magdalena- Kesper.Photography©bund.kassel
„Die kommenden fünf Jahre sind entscheidend dafür, ob der Klimawandel noch so begrenzt werden kann, dass die notwendigen Grundlagen für menschliches Leben erhalten bleiben. Dies gilt auch in Kassel.“, sagt Stefan Bitsch vom BUND Kassel und führt aus: „Dafür sind Maßnahmen in verschiedenen Handlungsbereichen unverzichtbar und dringend. Sie dürfen nicht länger vertagt werden.“ Hierzu hat der BUND für fünf Bereiche Forderungen an die neue StaVo formuliert:
Klimaneutralität Kassels bis 2035. Sofortige Umsetzung der Empfehlungen des Klimaschutzrats. Dazu gehören:
Energie: Ausstieg aus fossilen Energien und ein klarer Fahrplan für den Ausstieg aus Gas bis 2035. Umstellung der kommunalen Wärmeversorgung auf erneuerbare Quellen. Deutliche Ausweitung der Nutzung von Wind- und Solarenergie, letztere vorrangig auf bereits versiegelten Flächen wie Dächern, Fassaden oder Parkplätzen.
Verkehr: Autos dürfen nicht weiterhin 80% des öffentlichen Raums blockieren, stattdessen sind mehr Flächen für Grün und Aufenthalt zu schaffen sowie geschützte Radwege und breite Gehwege, auf denen Gegenverkehr von Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl möglich ist. Durchgängig Tempo 30 innerorts – für weniger Lärm, weniger Unfälle, bessere Luft und mehr Sicherheit. Parkraumbewirtschaftung mit sozial gestaffelten Gebühren. Starke Förderung von Bus und Bahn.
Boden: Schutz von Natur, Frischluft, Klima und Lebensqualität durch sparsame Flächennutzung – Netto-Null-Versiegelung. Keine weiteren Prestigeprojekte wie Nordshausen Nord oder die Nordhessenarena. Vorrang der Innenentwicklung: Nachverdichtung, Umnutzung leerer Gebäude und Belebung brachliegender Flächen.
Klimaanpassung zum Schutz der Gesundheit der Bürger*innen und Vermeidung von Schäden durch z.B. Starkwetterereignisse: Fahrplan zur Klimaanpassung mit verbindlichen Schritten. Eine Schwammstadt-Strategie zur Speicherung und Nutzung von Regenwasser. Keine Bebauung von Frischluftschneisen. Vorrang von Entsiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung sowie großkronigen klimaangepassten Bäumen, besonders in belasteten Stadtteilen. Klimaangepasste Gestaltung von Parks.