Kreisverband Kassel

Die BUND-Streuobstwiese am Heisebach in Kassel

Zwischen den Siedlungsgebieten der Stadtteile Nordshausen und Oberzwehren/Mattenberg liegt ein durch Äcker, Wiesen, Weiden und einzelne Gärten geprägter Landschaftsraum. Fast im Zentrum dieses Raums liegt durch eine hohe Hecke begrenzt eine noch relativ junge Streuobstwiese. Ein Fuß- und Radweg, der die beiden Stadtteile miteinander verbindet, führt an der Wiese vorbei. Mit den inzwischen über 20-jährigen Obstbäumen und den umgebenden Hecken, hat sich die Streuobstwiese über die Jahre zu einem struktur- und artenreichen Biotop entwickelt. Das heutige Erscheinungsbild prägt den gesamten Landschaftsraum zwischen Nordshausen und Oberzwehren/Mattenberg deutlich.

Die ca.18.000 qm große Wiese mit ihren zahlreichen Bäumen, wird vom BUND Kassel betreut.

Der Anfang

Die Streuobstwiese am Heisebach wurde im Jahr 2000 im Rahmen der Lokalen Agenda 21 als Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Kassel und dem BUND Kreisverband Kassel angelegt. Im Rahmen des Projekts spendeten BUND-Mitglieder Obstbäume, die in einer öffentlichen Pflanzaktion mit zahlreichen Helfern und Helferinnen gepflanzt wurden. In diese damals neu entstehende Streuobstwiese wurden auch einige, noch aus der früheren Nutzung der Fläche vorhandene Obstbäume und Laubgehölze einbezogen. 

Entwicklungen

Da die Wiese anfänglich in dem noch sehr offenen und wenig gegliederten Landschaftsraum schutzlos und verloren wirkte, pflanzten BUND-Mitglieder an zwei Wochenenden entlang des Fuß- und Radweges am östlichen Rand, auf etwa 250 Metern Länge, eine Hecke aus einheimischen Gehölzen wie Schlehe, Silberweide, Weißdorn, Hasel und Hartriegel. Eine ähnliche Hecke ließ das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel am westlichen Rand der Fläche, als Abgrenzung zu den anschließenden Ackerflächen, anlegen. Beide Hecken sind inzwischen schön gewachsen und bieten Vögeln und Kleintieren Schutz und Nahrungsraum.

Heute

Auf der Obstwiese stehen heute etwa 120 Obstbäume, von Apfel- über Birnbäumen bis hin zu Walnuss-, Kirsch- und Pflaumenbäumen.

Die Wiese wird ein- bis zweimal im Sommer von einem Landwirt zur Heugewinnung gemäht.

Ein Imker unterhält auf der Wiese mehrere Bienenvölker. In den Bäumen wurde eine größere Anzahl von Nistkästen zur Unterstützung von, in Höhlen brütenden, Vögeln aufgehängt.

Die Pflege der Bäume, insbesondere der notwendige Baumschnitt, wurde in den letzten Jahren teilweise im Rahmen ehrenamtlicher Arbeit, in Form von Schnittkursen oder gefördert durch Mittel aus öffentlichen Förderprogrammen, durchgeführt.

Auf dem Gelände lassen sich viele Vogelarten beobachten: Meisenarten, Kleiber und Rotschwanz suchen in der Hecke und auf den Obstbäumen nach Nahrung. Im Herbst kommen verschiedene Drosselarten, um die Beeren der Eberesche und des Weißdorns, aber auch von den noch an den Bäumen hängenden Früchten zu naschen. Regelmäßig sind Buntspecht und Grünspecht zu beobachten.

Und weiter ...

Seit knapp zwei Jahren ist eine „Obstwiesengruppe“ aus interessierten und engagierten Menschen im Aufbau, die sich unter fachkundiger Anleitung aktiv bei der Pflege und auch der Ernte der Streuobstwiese einbringen will. Zudem finden im Winter weiterhin Obstbaum-Schnittkurse auf der Wiese statt.

In naher Zukunft sollen auf der Fläche weitere Jungbäume nachgepflanzt werden. An den Hecken sind Pflegearbeiten erforderlich. Es bestehen Ideen zur Anlage von Unterschlupfmöglichkeiten für Kleintiere wie Wiesel, Igel oder Eidechsen. Auch soll die Pflanzenvielfalt der Wiese durch Nachsaat besonderer Wiesenkräuter erhöht werden, um dadurch das Blüten- und Nahrungsangebot für Insekten zu verbessern.

Durch ihre biologische Vielfalt und ihre Lage in Stadtnähe bietet die Wiese optimale Bedingungen, um an ihrem Beispiel in Praxis und Theorie unterschiedlichste Themen von Ökologie, Biodiversität, Umwelt, Nachhaltigkeit und Lebensmittelversorgung anschaulich zu vermitteln.

Für die laufende Pflege der Wiese und der Bäume und auch die Verwirklichung der angesprochenen Ideen sind sowohl engagierte Menschen und auch Spenden immer willkommen.

Wer sich in irgendeiner Form engagieren will, nehme bitte Kontakt auf unter  info(at)streuobst-kassel.de oder info(at)bund-kassel.de.