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Pressemitteilung zum Strategiewechsel beim Kassel Airport, Kassel, 11. April 2026
Die Diskussion um die Zukunft des Kassel Airport hat eine neue Dynamik erreicht: Nach dem Scheitern von Fischer Air und der seit anderthalb Jahren weitgehend stillstehenden Nutzung für Ferienflüge steht fest, dass der volkswirtschaftliche Nutzen des Flughafens nicht gegeben ist. - Das bestätigen hinter verschlossenen Türen auch Mitglieder des Aufsichtsrats. Lediglich Privatjets und andere Privatflieger nutzen den hochsubventionierten Flughafen. Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Kassel Airport Stoppen“ fordert daher einen ergebnisoffenen, demokratischen Prozess für die Nachnutzung des Geländes – gemeinsam mit Politik, Zivilgesellschaft, Expert:innen und der lokalen Bevölkerung.
„Was jetzt nicht passieren darf, ist ein Hinterzimmer-Gekungel am Willen der Bevölkerung vorbei“, betont Jona Königes für das Bündnis. Der Kassel Airport wurde bislang mit rund 400 Mio. Euro an Steuergeldern subventioniert. Nur rund 300 Arbeitsplätze am Flughafen selbst und bei den Privatflugzeug-Firmen sind tatsächlich vom Flughafen abhängig. Jeder dieser Arbeitsplätze wird jährlich mit 30.000 € Steuergeld subventioniert, wie das vom Bündnis im Februar veröffentlichte Schwarzbuch ergeben hat. "Unser Steuergeld und dieses phantastische Gelände können wir viel besser für die Region nutzen, wenn wir nicht weiter krampfhaft am Status-Quo mit dem roten Teppich für Privatflieger festhalten", so Königes.
Das Bündnis fordert einen Ideenwettbewerb für die Nachnutzung zu starten. Dabei könnten vielfältige Möglichkeiten eingebracht und evaluiert werden. Vorschläge reichen von einem Innovationszentrum mit regionalen Startups für die Energiewende und einem Katastrophenschutz-Zentrum über Agri-PV (Kombination von Landwirtschaft und Solarstrom) bis hin zu einem Verkehrsübungsplatz oder einem Festivalgelände à la Berlin-Tegel. Beispiele für solche Konversionen gebe es viele - zum Beispiel den ehemaligen Marineflughafen Eggebek in Schleswig-Holstein, der heute einen großen Energie- und Technologiepark beherbergt.
Keine undemokratischen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen
Die Bürger:innen der Region haben ein Recht darauf, über die Zukunft des Geländes mitzubestimmen. Das Bündnis warnt davor, dass nun im Stillen über neue Nutzungen entschieden wird, ohne die Öffentlichkeit einzubinden. „Nach so vielen Jahren der Steuergeldverschwendung, ist es an der Zeit, die Bevölkerung einzubeziehen, statt weiter über unsere Köpfe hinweg zu entscheiden. Jetzt ist der politische Wille für einen ergebnisoffenen Dialog gefragt!“, so Dagmar Embshoff vom Bündnis. Stadt und Landkreis Kassel, die Gemeinde Calden sowie das Land Hessen als Eigentümer des Airports sollen nach der Forderung des Bündnisses daher einen strukturierten Beteiligungsprozess starten. Bis eine tragfähigere Lösung gefunden ist, sollten die Privatflieger am Flughafen, einen angemessenen Beitrag zu den horrenden laufenden Kosten des Flughafens leisten, empfiehlt das Bündnis Kassel Airport Stoppen. Aktuell werden sie laut Schwarbuch Kassel Airport indirekt mit 1053,-€ pro Flugbewegung subventioniert. Die Einführung angemessener Start- und Landgebühren wäre eine Möglichkeit auf dem Weg, die Verschwendung öffentlicher Gelder zu beenden.
Kontakt für Rückfragen:
Jona Königes
01573 0999495
info@kassel-airport-stoppen.de
Gutachten "Schwarzbuch Kassel Airport":
https://kassel-airport-stoppen.de/2026/02/16/schwarzbuch-kassel-airport/
Strategiewechsel beim Kassel Airport
Fischer Air - Die Chronologie des Scheiterns
https://www.hna.de/lokales/hofgeismar/calden-ort74694/fischer-air-am-kassel-airport-grenzt-ans-betruegerische-94251211.html#google_vignette
Bündnis Kassel Airport Stoppen
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