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Maulkorb: „Privatflugzeuge sind nur für die Reichsten“ verboten

16. Juli 2025

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Jul 16, 2025 — by Bündnis Kassel Airport stoppen in Uncategorized

Nach einem kritischen Leserbrief zum Kassel Airport in der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) vom 26. Juni versucht das Unternehmen Piper Deutschland AG nun offenbar, öffentliche Kritik durch juristische Maßnahmen zu unterdrücken. Der Verfasser des Leserbriefs, Jona Königes, (60 Jahre, tätig in der Altenpflege), erhielt eine Abmahnung, verbunden mit der
Aufforderung, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben und Anwaltskosten in Höhe von 1.300 Euro zu übernehmen.

„Offensichtlich fühlt sich Piper Deutschland AG durch die nachweislich korrekten
Tatsachenangaben unter Druck gesetzt und reagiert darauf, indem versucht wird, öffentliche Kritik einzuschüchtern und mundtot zu machen“, kritisiert Dagmar Embshoff vom Bündnis „Kassel Airport stoppen“. Königes hatte darauf hingewiesen, dass lediglich die rund 60 Arbeitsplätze von Piper an den Flughafen in der aktuellen Form gebunden sind, während stets behauptet
werde, der Flughafen sichere insgesamt rund 1.300 Arbeitsplätze. Zudem kritisierte er, dass ein Großteil der Flugbewegungen am Kassel Airport auf Privatflugzeuge entfällt, die stark subventioniert werden.

Etwas überspitzt formuliert wurde lediglich: „nur die Firma Piper benötigt eine Rollbahn“. Angesichts der Tatsache, dass der Großteil der ansässigen Firmen keine Rollbahn braucht, sollte diese Aussage keine Grundlage für eine juristische Anklage sein.

Nicht kritisiert wurde hingegen, dass Privatflieger die ökologisch schädlichste Form sind, sich von A nach B zu bewegen.

„Dass ein solches Unternehmen versucht, öffentliche Kritik durch juristischen Druck mundtot zu machen, ist ein Angriff auf die demokratische Debattenkultur“, so Jona Königes, der auch im Bündnis „Kassel Airport stoppen“ aktiv ist. Das Bündnis solidarisiert sich ausdrücklich mit Jona Königes und fordert die Piper Deutschland AG auf, die Abmahnung umgehend zurückzunehmen.

Zuletzt fordert das Bündnis endlich eine offene Debatte um die Existenz und Nachnutzung des Flughafens. „Es kann nicht sein, dass die Pflege, die Schulen und die Uni Kassel kaputtgespart werden sollen und gleichzeitig weiterhin Millionen in das Steuergrab Airport Kassel gesteckt werden.“, bekräftigt Gabriel Herr, Students for Future.

Aktueller Stand am 15.07.2025, unser Widerstand hat gewirkt: die Firma Piper will schonmal drei der fünf Punkte der Unterlassungserklärung fallen lassen und fordert „nur“ noch einen Betrag von über 800,- € für ihre Anwaltskosten. Ohne uns – wir bleiben dran!

Wenn Du mit uns aktiv werden oder uns unterstützen willst, schreib uns an info(at)kassel-airport-stoppen.de

Daneben freuen wir uns auch über Spenden für die Gerichtskosten an unser Vereinskonto unter kassel-airport-stoppen.de/spenden

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