Kreisverband Kassel
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A44 Neubau - Ein kurzer Überblick

Seit 30 Jahren in Planung mit dem Trick, die Genehmigung in Abschnitten zu erteilen.
Da, wo es den geringsten Widerstand gab, gab es trotz Klagen das erste Baurecht und die ersten
Teileröffnungen. 1 Milliarde sind verbaut, eine weitere Milliarde könnte theoretisch noch gestoppt
werden.
Die Klagen des BUND im Werra-Meissner Kreis konnten den Weiterbau nicht verhindern, aber um
einige Jahre hinausschieben und sie haben die Hürden für jeden neuen Straßenbau um einiges höher
gehängt.
Da, wo der Widerstand am größten war und ist, wird erst jetzt das Genehmigungsverfahren
eröffnet : das letzte Teilstück in Kaufungen, der VKE11.
Diese fräst, von Helsa kommend, über mehrere Kilometer an der B7 entlang, den Hangwaldrand
weg, frisst sich dann durch den Stiftswald mit zum Teil alten Baumbestand, buddelt sich durch die
Felder oberhalb Kaufungens, direkt vorbei am besten Trinkwasserbrunnens des Ortes, überquert ein
kleines Tal und die Tramlinie, versiegelt neben einem FFH-Gebiet die Lossewiesen mit Auf-und
Abfahrt-Kreisverkehren, bevor es weiter auf einem Damm die Frischluftschneise Kassels
abschneidet um dann mit einem Dreieck an die 8-spurige A7 angebunden zu werden.
In den letzten Jahren gab es 2x einwöchige Baumbesetzungen von Robin Wood und kleinere
Proteste bei Besuchen von Verkehrsminister Al-Wazir.
Ansonsten konzentrierte sich der Widerstand in Treffen des Runden Tisches A44 und deren
Mitwirkung an einem sogenannten Dialogverfahrens mit dem Ministerium und Hessen Mobil.
Der Runde Tisch wird vom Bürgermeister Ross geleitet und setzt sich aus VertreterInnen der
Parteien, der Naturschutzverbänden, BI´s und einigen Einzelpersonen zusammen. Die gemeinsame
Klammer ist die Forderung „ Keine A44 im Lossetal“. Die ideologisch großen Unterschiede wurden
damit ausgeklammert, so dass Verlautbarungen in der Regel „einstimmig“ nach Außen gingen.
Die Gemeinde engagiert seit Jahren den Gutachter Wulf Hahn, der an den Sitzungen des Runden
Tisches beratend teilnimmt.
2006 wurde schon einmal ein PlanfestsFw:tellungsverfahren eingeleitet. Das Verfahren wurde
mittendrin abgebrochen, weil sie von sich aus noch eine Bechsteinfledermauskolonie gefunden
haben.
Damals gab es in Kaufungen 1000 Einwendung und diesmal haben wir es sogar auf 2000 geschafft!
Auch weil es unglaublich viele Aktionen in Zusammenarbeit mit der BI gab.
(https://www.keinea44.de/)
Der Ortsverband hat eine 71-seitige Stellungnahme mit 200 Seiten gutachterlichen Anhang
eingereicht. Die Gemeinde Kaufungen hat es sogar mit Hilfe der Anwältin Franziska Hess, die das
Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimagesetz erstritten hat, auf 107 Seiten
gebracht(.https://kaufungen.eu/Rathaus-Politik/Politik/A44/Planfeststellungsverfahren-2021/)
Wir sind zuversichtlich, dass wir damit das weitere Genehmigungsverfahren entscheidend mit
gestalten können.
Aber ein wirklicher Baustop wird nur politisch entschieden: in Berlin durch Änderung des
Bundesverkehrswegeplanes und deren Ausführungsgesetze. Deshalb werden wir vor und nach der
Bundestagswahl den Kandidatinnen auf die Sprünge helfen müssen.
Für die Aktionen und die gutachterliche und juristische Begleitung des Genehmigungsverfahren
haben wir einen Widerstandsfond A44 eingerichtet. Zur Zeit stehen wir noch mit 8000,- € im Minus